Folge 40 - Zwischen Lampenfieber und Gänsehaut: Musik im Studio

Shownotes

Die Finger fliegen, die Ideen sprudeln, alles fühlt sich richtig an. Doch dann leuchtet die rote Aufnahmelampe und plötzlich spielt der Kopf mit.

Warum setzen wir uns im Studio so unter Druck? Muss wirklich jede Note perfekt sein? Und was passiert mit unserer Kreativität, wenn wir vor lauter Vorsicht kein musikalisches Risiko mehr eingehen?

In der neuen Jazzheads-Folge nehmen wir dich mit hinter die Kulissen einer Studioaufnahme. Wir sprechen über Lampenfieber, die Magie des Zusammenspiels und die besonderen Momente, in denen aus einzelnen Tönen plötzlich etwas Großes entsteht.

Und wir zeigen, warum du gar kein professionelles Studio brauchst, um dich selbst musikalisch besser kennenzulernen.

Jetzt reinhören und entdecken, warum der schönste Take nicht immer der perfekteste ist!
Sprecher: Dominik Hahn
Internet: www.global-jazz-academy.com

Transkript anzeigen

00:00:07: Hallo und herzlich willkommen zur heutigen Folge von Jazzheads, dem Podcast der Global Jazz Akademie Berlin.

00:00:15: Mein Name ist Dominik Hahn und ich begrüße euch aus Münster!

00:00:20: Ihr sitzt zu Hause an eurem Instrument – die Finger gleiten wie von selbst, die Ideen sprudeln, die Form sitzt… ein Solo folgt demnächstem.

00:00:31: Alles fühlt sich leicht und selbstverständlich an fast so als könnte heute überhaupt nichts schiefgehen Und dann drückt jemand auf Aufnahme.

00:00:41: Kennt ihr das?

00:00:44: Plötzlich ist sie da, diese kleine Stimme im Hinterkopf.

00:00:48: War das gerade wirklich gut?

00:00:51: War die Phrase nicht etwas langweilig?

00:00:54: Hätte ich den Lauf nicht sauberer spielen können?

00:00:57: und warum bin ich eigentlich so nervös?

00:01:01: Willkommen im Aufnahmestudio!

00:01:09: Heute möchte ich ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern.

00:01:12: Es geht um Studiarbeit, um Lampenfieber um musikalische Perfektion und die Frage, warum wir manchmal ausgerechnet dann nicht mehr so frei spielen?

00:01:22: Wenn wir besonders gut sein wollen.

00:01:26: Aber warum ist das eigentlich so?

00:01:28: Warum verändert allein die Tatsache dass eine Aufnahme läuft plötzlich unser Spielgefühl?

00:01:34: Vielleicht liegt die Antwort darin Dass wir mit einer Aufnahme etwas schaffen, was unserem normalen musikalischen Erleben zunächst einmal widerspricht.

00:01:44: Was is deine Aufnahme eigentlich?

00:01:46: Im Grunde nichts anderes als die Konservierung eines musikalischen Moments.

00:01:52: Etwas, das normalerweise im nächsten Augenblick wieder verschwunden wäre bleibt plötzlich bestehen!

00:01:58: Wir können es denn halt hören mit anderen Teilen und vielleicht noch Jahrzehnte später darauf zurückblicken.

00:02:05: Das ist eine wunderbare Vorstellung Und gleichzeitig steckt genau darin eine Herausforderung Denn auf der Bühne lebt unsere Musik vom Augenblick.

00:02:17: Natürlich wollen wir auch dort gut spielen, aber eine nicht ganz gelungene Phrase ist nach wenigen Sekunden Geschichte.

00:02:25: Und wenn uns etwas besonders Schönes gelingt bleibt davon vielleicht ein Lächeln, einen begeisterten Blick eines Mitmusikers oder eine schöne Erinnerung.

00:02:36: Im Studio ist das anders.

00:02:38: Hier bleibt möglicherweise jede Note erhalten Auch die, die wir lieber nicht gespielt hätten.

00:02:45: Kein Wunder also dass wir plötzlich besonders sauber besonders raffiniert und vor allem besonders außergewöhnlich spielen wollen.

00:02:53: Schließlich soll dieser Aufnahme möglichst genau so klingen, wie wir uns gerne selbst hören möchten!

00:03:00: Und wenn wir uns wünschen dass eine Aufnahme genauso klingt wie wir auch selbst gerne hören möchten stellt sich eine ganz grundlegende Frage.

00:03:07: Wissen wir eigentlich wie wir wirklich klingen?

00:03:11: Oder kennen wir vor allem das Bild unserer Musik die wir im eigenen Kopf haben?

00:03:16: Wir Musikerinnen und Musikern verbringen unzählige Stunden damit unser Instrument zu spielen Aber wie oft hören wir uns eigentlich selbst zu?

00:03:25: Ich meine jetzt nicht das Zuhören während des Spielen, sondern wirklich zurücklehnen die Augen schließen und der eigenen Musik lauschen.

00:03:34: Denn während wir spielen sind wir oft mit einer Menge Dinge gleichzeitig beschäftigt.

00:03:38: Wir achten auf Harmonien, auf Formen, auf Rhythmus, Timing Technik Und natürlich auch unsere Mitmusikerinnen.

00:03:47: Da bleibt erstaunlich wenig Zeit für den Gesamteindruck.

00:03:50: Klingt meine Melodie wirklich so wie ich sie innerlich höre?

00:03:54: Lasse ich in meinen Phrasen genügend Raum.

00:03:57: Spiele vielleicht viel zu viele Noten und fügt sich mein Sound überhaupt in die Band ein, wie ich mir das vorstelle?

00:04:05: Das sind Fragen, die sich während des Spielens nur schwer beantworten lassen.

00:04:10: Deshalb möchte ich euch etwas empfehlen, dass zunächst völlig unspektakulär klingt!

00:04:15: Nehmt euch auf mit einem Aufnahmegerät eurem Handy oder was euch sonst gerade zur Verfügung steht Und bitte mach daraus keine wissenschaftliche Fehleranalyse.

00:04:26: Es geht nicht darum, jede unsaubere Note unter dem Mikroskop zu betrachten.

00:04:30: Hört vielmehr auf das große Ganze!

00:04:33: Auf euren musikalischen Ausdruck – auf den Klang… auf die Pausen... Habt ihr eine Geschichte erzählt?

00:04:41: Vielleicht stellt ihr fest, dass manches bereits wunderbar funktioniert.

00:04:46: Vielleicht entdeckt ihr Dinge von denen ihr bis lange überhaupt nichts wusstet.

00:04:50: Beides ist wertvoll und wer sich regelmäßig selbst zu hört verliert hoffentlich auch ein Stück weit die Scheu davor, aufgenommen zu werden.

00:05:01: Nun haben wir darüber gesprochen wie wichtig es ist sich selbst einmal mit etwas Abstand zuzuhören.

00:05:06: aber sobald mehrere Musikerinnen und Musiker zusammenkommen wird die Sache noch spannender Denn im Studio stellt sich nicht nur die Frage was wir aufnehmen sondern auch Wie wir das eigentlich machen denn Aufnahme ist nicht gleich Aufnahme.

00:05:22: In vielen Pop- und Rockproduktionen werden Instrumente nacheinander eingespielt.

00:05:26: häufig beginnt man mit einer Orientierungsspur, manchmal auch Guide oder Phantomspur genannt.

00:05:33: Darauf bauen dann beispielsweise Schlagzeug und Bass auf, anschließend kommen die Gitarren, Keyboards, Gesang und weitere Instrumente.

00:05:42: Das hat große Vorteile – man kann sehr gezielt arbeiten, einzelne Passagen verbessern und kleine Fehler korrigieren ohne direkt die gesamte Band noch einmal aufnehmen zu müssen!

00:05:53: Auch Klanglich bietet diese Arbeitsweise viel Kontrolle, weil die einzelnen Instrumente weitgehend unabhängig voneinander aufgenommen werden.

00:06:02: Aber für mein persönliches Empfinden kann dabei etwas verloren gehen – nämlich die Energie, die entsteht wenn Musikerinnen und Musiker unmittelbar aufeinander reagieren.

00:06:14: Ein Blick ein unerwarteter Akzent eine rhythmische Verschiebung, die alle gemeinsam auffangen das sind Dinge, die sich nicht immer nachträglich zusammensetzen lassen.

00:06:26: Natürlich können auch nacheinander eingespielte Produktionen wunderbar lebendig klingen.

00:06:30: Entscheidend sind Genre, Musikerinnen und Musikern und musikalisches Konzept.

00:06:38: Aber gerade im Jazz spielt das unmittelbare Zusammenspiel für mich eine besondere Rolle!

00:06:43: Und genau dieses unmittelbares Zusammelspiel ist für mich einer der spannendsten Aspekte einer Jazzaufnahme – denn anders als bei einer Produktion die Instrument-für-Instrument aufbaut Möchten wir im Jazz häufig genau das einfangen, was zwischen den Musikrinnen und Musikern passiert?

00:07:01: Und dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

00:07:06: Manchmal sitzt man in getrennten Räumen oder stark voneinander abgeschirmten Bereichen – so können alle gemeinsam spielen während die einzelnen Instrumente möglichst sauber aufgenommen werden!

00:07:16: Das schafft Flexibilität für die spätere Bearbeitung.

00:07:20: Allerdings stellt es auch hohe Anforderungen an die Hörsitationen.

00:07:24: Schließlich müssen wir unsere Mitmusikerinnen und Mitmusikern gut hören können, obwohl wir möglicherweise gar nicht direkt nebeneinander sitzen.

00:07:33: Meine persönlich liebste Variante ist eine andere – alle spielen gemeinsam in einem Raum.

00:07:40: Vielleicht stehen zwischen den Instrumenten ein paar durchsichtige Stellwände um die Mikrofone etwas voneinander abzuschirmen aber grundsätzlich fühlt es sich an wie eine vertraute Probe oder ein gemeinsamer Auftritt!

00:07:53: Und genau das mag ich.

00:07:55: Ich sehe, wie der Pianist reagiert.

00:07:58: Ich spüre wieder bassistfrasiert.

00:08:00: Die musikalische Energie entsteht unmittelbar zwischen uns.

00:08:04: Gerade für dynamisches Zusammenspiel ist das für mich ein großer Vorteil.

00:08:10: Nur hat diese Arbeitsweise auch ihre Tücken Denn wenn alle gemeinsam in einem Raum spielen Nehmen die Mikrofone zwangsläufig auch Schall von anderen Instrumenten auf.

00:08:21: Wir sprechen davon Übersprechung Und die machen spätere Korrekturen deutlich schwieriger.

00:08:28: Stellt euch vor, ihr habt gerade einen fantastischen Durchlauf gespielt – alles passt!

00:08:33: Das Solo war frisch, die Interaktion großartig und ihr seid vollkommen zufrieden.

00:08:39: Nur leider hat sich an einer entscheidenden Stelle ein Mitmusiker verspielt.

00:08:43: Dann kann es passieren dass dieser Take trotz eurer großartigen Leistungen nicht verwendet wird… ärgerlich?

00:08:51: Natürlich... Aber so ist das nun mal wenn man gemeinsam Musik macht Also kurz schütteln, einmal tief durchatmen und weiter geht's.

00:09:00: Und manchmal passiert im nächsten Durchlauf sogar etwas noch Schöneres!

00:09:07: Damit man bei der späteren Bearbeitung trotzdem flexibel bleibt.

00:09:11: nimmt man gegebenenfalls größere musikalische Abschnitte nochmal auf.

00:09:15: so lassen sich verschiedene Takes an geeigneten Stellen miteinander verbinden wobei natürlich immer die Frage erlaubt sein muss wie viel Bearbeitungen tut unserer Musik wirklich gut?

00:09:28: Wenn wir nun mehrere Durchläufe aufnehmen und vielleicht später einzelne Passagen miteinander kombinieren möchten, taucht fast zwangsläufig eine weitere Frage auf.

00:09:38: Eine Frage über die man unter Kolleginnen und Kollegen durchaus leidenschaftlich diskutieren kann.

00:09:44: Wie viel zeitliche Kontrolle braucht einer Aufnahme eigentlich?

00:09:48: Oder um es konkret zu sagen, sollte man im Studium mit Metronomen also mit einem sogenannten Klick aufnehmen!

00:09:56: Die Antwort lautet wie so oft im Jazz – Es kommt darauf an.

00:10:02: Ein Klick kann eine große Hilfe sein, gerade wenn später Passagen aus unterschiedlichen Text zusammengesetzt oder zusätzliche Instrumente eingespielt werden sollen.

00:10:12: Es gibt uns eine feste zeitliche Orientierung.

00:10:16: Aber Musik ist mehr als ein exakt eingehaltener Puls.

00:10:20: Musik darf atmen!

00:10:22: Vielleicht zieht ein Solo etwas an?

00:10:24: Vielleicht nehmen wir uns in einer ruhigen Passage bewusst mehr Zeit?

00:10:29: Vielleicht entwickelt sich aus einer musikalischen Spannung Ganz natürlich ein etwas anderes Tempo.

00:10:35: Das muss nicht automatisch schlecht sein!

00:10:38: Im Gegenteil, solche Bewegungen können Teil eines lebendigen musikalischen Ausdrucks sein.

00:10:45: Natürlich sollte das Stück am Ende noch in einem nachvollziehbaren zeitlichen Zusammenhang stehen und ebenso selbstverständlich gibt es Stierrichtung, Arrochements- und Produktionen, in denen einen stabiler Klick unverzichtbar oder zumindest sehr sinnvoll ist.

00:11:00: Aber ich finde, wir sollten das Tempo nicht allein deshalb festnageln weil es technisch einfacher erscheint.

00:11:07: Ein guter Groove bedeutet schließlich nichts zwangsläufig dass jede Viertelnote mathematisch exakt an derselben Stelle landet.

00:11:14: Entscheidend ist, dass die Musik zusammenpasst!

00:11:19: Aber selbst wenn die Aufnahmesituation stimmt – der Sound passt und wie uns über das Tempro einig sind bleibt eine ganz entscheidende Herausforderung Denn während wir versuchen möglichst gut zu spielen müssen wir irgendwann auch beurteilen, ob das was wir gerade aufgenommen haben wirklich funktioniert.

00:11:37: Jetzt passiert etwas dass ich aus Studi-Situationen nur zu gut kenne.

00:11:43: Wir haben einen Take gespielt Dann noch ein vielleicht auch einen vierten oder fünften und irgendwann stellt sich die Frage welcher take war jetzt eigentlich der beste?

00:11:55: Oder Welchen take?

00:11:56: nehmen wir jetzt?

00:11:58: Den technisch saubersten den mit dem schönsten solo?

00:12:02: oder war es der bei dem die gesamte Band besonders gut miteinander gespielt hat, nach mehreren Durchlaufen wird es zunehmend schwierig das Objektiv zu beurteilen.

00:12:12: Genau hier kann ein guter Produzent unglaublich wertvoll sein!

00:12:18: Im besten Fall ist es jemand der mit Wachenohren auf die gesamten Musik schaut ohne sich in jedem einzelnen Detail zu verlieren.

00:12:26: Jemand, der erkennt wenn ein Take musikalisch funktioniert, der auch Feinheiten hinweist aber auch weiß, weil man etwas einfach stehen lassen sollte.

00:12:36: Und vielleicht ist es manchmal auch die wichtigste Aufgabe eines Produzenten zu sagen, das war's.

00:12:43: Wir haben alles was wir brauchen!

00:12:45: Denn Musikerin und Musiker neigen durchaus dazu immer noch einen Tag spielen zu wollen nur so zur Sicherheit – und dann noch ein.

00:12:53: Vielleicht geht es ja noch besser aber irgendwann stellt sich die Frage ob wir die Musik tatsächlich verbessern oder nur versuchen unsere Unsicherheit zu beruhigen.

00:13:04: Deshalb hört euch zwischendurch eure Aufnahmen an.

00:13:07: Mit etwas Abstand entdeckt man erstaunliche Dinge.

00:13:11: Man hört Feinheiten, die während des Spielens untergegangen sind und manchmal merkt man das ausgerechnet der vermeintlich unperfekte Take die größte musikalische Aussage besitzt!

00:13:22: Und manchmal geht es bei dieser Beurteilung um weit mehr als nur die Musik – denn so eine Studi-Situation kann erstaundlich viel über uns selbst verraten … Über unsere Erwartungen… Unsere Unsicherheiten und darüber wie wir mit Druck umgehen….

00:13:36: Man könnte fast sagen, das Studio hält uns einen Spiegel vor.

00:13:43: Abstrakt gesprochen ist Studiorbeit für mich immer auch eine Begegnung mit mir selbst!

00:13:48: Wie entspannt bin ich eigentlich?

00:13:50: Wie gut bin ich vorbereitet?

00:13:52: Was passiert wenn ich weiß dass gerade aufgenommen wird?

00:13:56: Bin ich zufrieden mit meinem Sound?

00:13:59: Warum klappt ausgerechnet diese eine Stelle nicht und warum hat sich mein Mitmusiker offenbar weniger gut vorbereitet als

00:14:07: ich?!

00:14:08: Ja Auch solche Gedanken können auftauchen.

00:14:11: Aber genauso erleben wir diese wunderbare Momente, in denen jemand ein unglaubliches Solo spielt – die Energie kocht und wir am liebsten sofort aufspringen würden.

00:14:22: Studiarbeit ist eben mehr als nur eine technische Angelegenheit.

00:14:28: Sie ist ein sehr intensiver musikalischer und manchmal auch zwischenmenschlicher Prozess.

00:14:34: Und deshalb sollte das Studio kein Korsett sein, dass uns in unserer Kreativität einschränkt!

00:14:40: Es sollte viel mehr ein Raum sein, indem wir uns trauen etwas auszuprobieren.

00:14:44: Vielleicht auch einmal ein musikalisches Risiko einzugehen!

00:14:49: Denn wenn wir ausschließlich versuchen dem Metronom zu folgen – korrekt zu spielen, Fehler zu vermeiden – verlieren wir vielleicht genau das was unsere Musik interessant macht.

00:15:00: Doch wie schaffen wir es trotz all dieser Erwartungen und Herausforderungen möglichst frei und kreativ zu bleiben?

00:15:08: Für mich hat das weniger mit perfekter Technik zu tun als man vermuten würde.

00:15:12: Viel entscheidender sind oft die Rahmenbedingungen unter denen wir gemeinsam Musik machen.

00:15:18: Aus meiner Erfahrung hilft dabei etwas ganz Entscheidendes, Zeit!

00:15:24: Wie schön ist es wenn man sich für eine Aufnahme ein oder zwei Tage reservieren kann?

00:15:30: Vielleicht sogar an einem anderen Ort ohne die alltäglichen Verpflichtung, ohne den Gedanken an dem nächsten Termin und ohne auf dem Heimweg noch schnell einkaufen zu müssen.

00:15:41: einfach mit Vertrauten Freundinnen und Freunden zusammenkommen und sich vollständig auf die Musik konzentrieren.

00:15:48: Eine kleine musikalische Enklave, gemeinsam spielen, zuhören diskutieren ausprobieren abends nicht beisammensitzen etwas gemeinsam essen und vielleicht über die Musik sprechen.

00:16:01: ich bin überzeugt dass sich eine solche atmosphäre auf das ergebnis auswirkt.

00:16:07: natürlich ist mir bewusst dass das nicht immer möglich ist.

00:16:10: ein studie kostet geld alle haben verpflichtungen zeit ist oft knapp aber die idee dahinter lässt sich auch im Kleinen verwirklichen.

00:16:19: Schafft euch Situation, in denen Musik einmal die volle Aufmerksamkeit bekommt!

00:16:25: Genau das ist übrigens auch einer der wichtigsten Gedanken hinter unserem monatlichen Workshop-Programm Der Global Jazz Academy.

00:16:32: Wir möchten dass Musik nicht in der Theorie oder im heimischen Übelzimmer stecken bleibt.

00:16:37: wir wollen gemeinsam spielen aufeinander hören Erfahrung sammeln und den Schritt in die musikalische Praxis und auf die Bühne wagen.

00:16:46: Dabei geht es nicht nur um das Zusammenspiel, sondern genauso um den persönlichen Austausch.

00:16:51: Um Inspiration!

00:16:53: Um neue Perspektiven und die Freude daran gemeinsam musikalisch zu wachsen.

00:16:58: Denn genau solche Erfahrungen lassen sich allein am Instrument nur schwer ersetzen.

00:17:05: Nun klingt das natürlich alles wunderbar Ein paar Tage Studio Vertraute Musikerinnen und Musikern keine Verpflichtung und alle Zeit der Welt.

00:17:14: Aber muss es wirklich erst so weit kommen, bevor wir anfangen unsere eigene Musik festzuhalten?

00:17:19: Ich finde nicht.

00:17:20: Denn das Wichtigste an einer Aufnahme ist zunächst einmal gar nicht die Studiotechnik.

00:17:26: und damit kommen wir zurück zu unserer Ausgangsfrage.

00:17:30: Warum sind wir eigentlich so nervös wenn jemand auf Aufnahme drückt vielleicht auch deshalb weil wir das Festhalten unserer Musik viel zu lange als etwas Besonderes betrachten als etwas, das erst dann stattfinden darf wenn wir wirklich gut genug sind.

00:17:46: Aber wann ist man das eigentlich?

00:17:49: Meine Empfehlung laut daher wartet nicht auf die perfekte Gelegenheit!

00:17:54: Nehmt eure nächste Probe auf spielt euch zuhause eine kleine Improvisation ein hört euch eine Übesession an Nicht um euch anschließend jeden Fehler zu ärgern sondern um euch selbst besser kennenzulernen.

00:18:06: Dank erschwinglicher Aufnahmetechnik braucht es dafür heute kein professionelles Tonstudio.

00:18:11: Oft reicht bereits das Smartphone.

00:18:13: Und wer mag, kann auch einmal die Kamera mitlaufen lassen – denn auch unsere Körpersprache und Bühnenpräsenz erzählen eine Menge über unser Musikieren!

00:18:23: Aber darüber sprechen wir vielleicht in einer der nächsten Folgen….

00:18:27: Für heute möchte ich euch vor allem ein Gedanken mitgeben ….

00:18:30: Eine Aufnahme muss nicht beweisen wie perfekt wir sind….

00:18:34: Sie darf zeigen wo wir musikalisch gerade stehen und vielleicht liegt gerade darin ihr größter Wert Denn die Musik ist immer ein Ausdruck des Augenblicks.

00:18:43: Und wie schön ist es, wenn wir einen solchen musikalischen Augenblick manchmal festhalten können?

00:18:50: Mich interessiert natürlich welche Erfahrung ihr bereits gemacht habt!

00:18:54: Habt ihr schon einmal im Studio aufgenommen?

00:18:56: Kennt ihr dieses merkwürdige Gefühl, weil plötzlich die rote Lampe leuchtet?

00:19:00: oder nehmt ihr euch regelmäßig beim Üben auf?

00:19:04: Schreibt uns gerne.

00:19:06: Wir freuen uns auf eure Erfahrungen und den Austausch mit euch Und vielleicht denkt ihr aber eurer nächsten Aufnahme daran.

00:19:13: Es geht nicht darum einen perfekten musikalischen Moment zu erzwingen, sondern darum einen echten musikalische Moment festzuhalten mit all seiner Energie, seiner Spontanität und manchmal eben auch seinen kleinen Ecken und Kanten!

00:19:27: In diesem Sinne wünsche ich euch viel Freude beim Spielen, experimentieren und natürlich beim aufnehmen – und wer weiß?

00:19:34: Vielleicht treffen wir uns ja bei einem der nächsten Live-Workshops im Jazzclub Schlot.

00:19:39: Bis dahin macht's gut Alles Liebe und Tschüss!

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