Vom Übungsraum auf die Bühne: Warum plötzlich nichts mehr klappt

Shownotes

Du hast wochenlang geübt, und trotzdem funktioniert auf der Bühne plötzlich nichts mehr wie geplant? In dieser Folge von Jazzheads geht es darum, warum wir unter Druck anders spielen und wie wir lernen können, auch in schwierigen Situationen musikalisch zu bleiben.

Du erfährst, wie mentaler Fokus, bewusstes Zuhören, Atemübungen und Visualisierung dabei helfen können, dich auf einen Auftritt vorzubereiten. Außerdem sprechen wir darüber, wie du mit Fehlern umgehst und warum musikalische Sicherheit nicht bedeutet, immer perfekt zu spielen.

Für mehr Gelassenheit, Freiheit und musikalische Präsenz auf der Bühne.

Transkript anzeigen

00:00:08: Hallo und willkommen zu einer weiteren Folge von JazzHats.

00:00:11: Mein Name ist David Rianne Molina, heute geht es um den Unterschied zwischen Proberaum- und Konzert.

00:00:18: Kennst du das?

00:00:19: Du hast ein Stück wochenlang geübt die schwierigen Passagen sitzen, du hast dein Solo vorbereitet und zu Hause funktioniert eigentlich alles ziemlich gut.

00:00:29: So nach dem Motto Zuhause hat's geklappt!

00:00:31: Dann stehst du auf der Bühne Die Band zählt ein Das Stück beginnt und plötzlich fühlt sich alles anders an.

00:00:38: Deine Finger sind nicht mehr so locker und du denkst über Dinge nach, die normalerweise automatisch funktionieren.

00:00:44: Und ausgerechnet an der Stelle, die du eigentlich beherrschst, machst du ein Fehler!

00:00:50: Dieser Fehler könnte dich verunsichern.

00:00:52: und daraus steht sogar noch ein Fehler.

00:00:56: und du beginnst dich darauf zu fokussieren dass du alles richtig spielst oder hinterfragst oder zweifelst ob du wirklich alles dir gemerkt hast und geübt hast.

00:01:05: Und dann befindest du dich plötzlich nicht mehr, konzentriest dich plötzlich auf die Musik.

00:01:11: Sondern darauf alles richtig zu machen!

00:01:14: Vielleicht kennst Du das aber auch anders und zwar hast Dich vielleicht gar nicht so gut vorbereitet und bist vielleicht nur ein bisschen nervös.

00:01:21: Aber sobald die Musik losgeht bis Du vollkommen im Moment du hörst zu reagierst auf die anderen und plötzlich funktioniert alles.

00:01:29: Warum ist das so?

00:01:31: Warum können wir etwas im Übungsraum scheinbar perfekt beherrschen und ist auf der Bühne trotzdem nicht immer abrufen.

00:01:40: Und vor allem, was können man tun um auch unter Druck musikalisch zu bleiben?

00:01:47: Darum geht es in dieser Folge heute.

00:01:49: also wir untersuchen die Unterschiede oder die Gegebenheiten, die es im Proberaum oder Zuhause gibt und auch die Unterschieder oder den Druck, den man sich macht wenn man auf der bühne steht.

00:02:01: Zunächst müssen wir verstehen, dass üben und auftreten zwei unterschiedliche Situationen sind.

00:02:07: Wenn wir zu Hause üben befinden wir uns meistens in einer kontrollierten Umgebung.

00:02:12: Wir können eine schwierige Passage wiederholen das Tempo reduzieren oder jederzeit von vorne anfangen.

00:02:19: Auf der Bühne ist es natürlich anders weil da die Musik weiter läuft!

00:02:23: Wir müssen zuhören reagieren Entscheidungen treffen und gleichzeitig mit unserer eigenen Anspannung umgehen.

00:02:30: Unser Körper reagiert auf diese Situation.

00:02:33: Der Puls steigt, also man kriegt Adrenalin Die Muskeln können sich anspannen und die Atmung wird manchmal sogar flacher.

00:02:41: Das ist zunächst einmal eine ganz normale Stressreaktion.

00:02:44: Es kennen wahrscheinlich diejenigen unter euch, die unter Muffensausen leiden Also Angst vor einer Prüfung oder einer Auftrittsituation.

00:02:54: Problematisch wird es wenn wir anfangen uns selbst permanent zu kontrollieren oder sich sogar in dem Moment schlecht zu fühlen.

00:03:02: Vielleicht kennst du diesen Gedanken jetzt bloß keinen Wähler machen, bei diesem Akkord muss ich unbedingt diese eine Phrase spielen oder darauf achten dass ich mich nicht verspiele und plötzlich beobachten wir uns selbst beim Spielen Wir kontrollieren Bewegungen die wir eigentlich längs automatisiert haben und beschäftigen uns mehr damit wie wir gerade spielen als mit der Musik selbst.

00:03:25: Das kann unsere Aufmerksamkeit stören und dazu führen, dass Dinge nicht mehr so selbstverständlich funktionieren wie beim Üben.

00:03:32: Weil man sich nämlich auf was anderes konzentriert.

00:03:35: Während man sich beim Musizieren eigentlich darauf konzentrieren sollte das man zuhört, dass man die Musik oder den Song so spielt beginnt man tatsächlich die Beobachtung auf das technische, auf das mechanische zu lenken und sogar einfach in der man dann quasi denkt, man darf sich nicht verspielen.

00:03:55: Weil es natürlich... Man möchte sich auch nicht versspielen!

00:03:59: Aber es beginnt an so eine Wichtigkeit anzunehmen und diese Wichtigheit die erzeugt Stress-und Druck.

00:04:12: Gerade im Jazz ist das natürlich interessant Denn improvisation lebt davon dass wir im Moment Entscheidungen treffen zuhören Und auf das reagieren was um uns herum passiert.

00:04:23: Wenn wir hierzu sehr mit uns selbst beschäftigt sind verlieren wir möglicherweise genau das, was gutes Musikieren ausmacht.

00:04:30: Also man verliert die Verbindung zur Musik und zu den anderen Musikern, weil man eben nur mit der Beobachtung bei sich ist und nur damit beschäftigt ist quasi keinen Fehler zu machen.

00:04:43: aber Musik funktioniert eben nicht so.

00:04:46: Musik muss quasi fließen!

00:04:48: Man muss sich in einem Flowzustand befinden und man muss quasi auch darauf vertrauen dass wenn man in diesem Flowzustands dass man keine Fehler macht, weil man eben so doll in diesem musikalischen Flow verbunden ist.

00:05:01: Oder das wenn man Fehler macht... ...dass halt diesen Flow nicht stört oder dass dieser Flow dadurch nicht gebrochen wird.

00:05:09: Dazu hilft es natürlich nicht nur die Musik zu üben sondern auch die Situation.

00:05:14: Ein häufiger Fehler bei der Vorbereitung ist, dass wir nur das musikalische Material üben.

00:05:19: Also wir spielen die schwierige Phrase solange bis sie funktioniert Wiederholen das Solo bis wie zufrieden sind und irgendwann denken wir, alles klar jetzt klappt es.

00:05:29: Aber haben wir auch geübt?

00:05:31: was passiert wenn etwas schief geht?

00:05:33: Was passieren?

00:05:33: werden wir uns verspielen Wenn wir nach einem Solo den Einstieg in die nächste Form verpassen oder wenn die Band plötzlich anders reagiert als wir es erwartet haben?

00:05:43: Das sind ebenfalls Situationen auf die wir uns vorbereiten können.

00:05:47: Eine Möglichkeit ist Stücke regelmäßig vollständig durchzuspielen ohne anzuhalten oder Fehler zu kurieren.

00:05:54: wenn etwas schief geht, spielen wir einfach weiter.

00:05:57: Ein guter Trick um das nicht zu kontrollieren aber sich im Nachhinein anzuhören ist eben das Stück aufzunehmen.

00:06:08: man spielt von vorne bis zum Ende nimmt es auf und stellt sich vor dass ist schon das Konzert.

00:06:14: also man stellt sich mental darauf ein als wäre man auf der Bühne und dann spielt man vom vorn bis Ende und wenn was schiefgeht spiel mal einfach weiter und dann hört man sich das an.

00:06:25: Eine andere Möglichkeit ist, schwierige Passagen aus unterschiedlichen Einstiegspunkten zu üben.

00:06:31: So sind wir nicht darauf angewiesen dass wir immer nur von Anfang eines Stückes aus in die Musik finden.

00:06:36: dazu kann man auch schwierige passagen in verschiedenen Tempi üben.

00:06:40: das hilft total weil der Kopf oder des Gehirn wenn man zum Beispiel eine schwierige passage sehr langsam sehr oft spielt und sich das viel besser merken kann.

00:06:53: man verinnerlicht alle Schritte, alle Bewegungen in der Finger und man kann dann dieses Tempo langsam schrittweise erhöhen.

00:07:01: Und dann kann man sogar um eine Sicherheit zu bekommen, kann man diese schwierige Passage im besten Fall zehn oder fünfzehn Prozent schneller üben wenn die natürlich sitzt als das eigentliche Spieltempo weil das garantiert zwei Sachen.

00:07:16: Das langsame Spielen ist es um es zu verinnerlichen.

00:07:19: Dann spielt man das im normalen Tempo, weil man das quasi da spielen wird Und dann übt man das in einem viel schnelleren Tempo, weil da so ein bisschen die Stresssituation simuliert.

00:07:31: Wenn etwas zu schnell ist oder schneller ist als man es gewohnt ist, dann kommt man natürlich ein bisschen eine Stresssituation, weil die Sachen eben schneller ablaufen, als man sie kennt und wenn man gestresst auf der Bühne ist, kommt einem das ebenso vor, als würde man hinterher hängen.

00:07:45: Wenn man also übt es schneller zu spielen, dann gewöhnt man sich daran und dann ist das normale Spieltempo auch bequem so dass wenn man gestresst ist, einem das normal vorkommt.

00:08:00: Und gerade im Jazz können wir bewusst üben auf unerwartete Situationen zu reagieren.

00:08:05: Stell dir vor du improvisierst über einen Standard und spielst einen Ton der nicht so klingt wie Du es geplant hattest.

00:08:11: Statt sofort abzubrechen oder die Phrase zu korrigieren versuchst Du diesen Ton aufzugreifen!

00:08:17: Du wiederholst ihn vielleicht rhythmisch, entwickelst daraus eine neue Phrasie vermeintlichen Fehler, eine musikalische Idee.

00:08:28: Das habe ich schon ganz oft bei großartigen Musikern beobachtet und ich selber mache das auch in einem Solo.

00:08:34: wenn ich mich verspiele also ich vergreife mich aus irgendeinem Grund und höre oh das war ein in Anführungszeichen falscher Note dann was ich mache ist Ich spiele diese Note nochmal Also quasi ich spiele diesen falschen Ton zweimal Und hör mir an was der eigentlich macht und versuche eben dem falschen ton Kontext zu geben weil Ein Fehler ist eigentlich nur als Fehler wahrzunehmen, wenn die Note alleine ohne Kontext da steht in einer Phrase.

00:09:03: Und das ist etwas was man auch trainieren kann und zwar eben nicht nur möglichst Fehlerverein zu spielen sondern auch mit dem umzugehen was unerwartet passiert und natürlich auch aus vergriffenen Tönen etwas entstehen zu lassen denn musikalische Sicherheit bedeutet nicht dass niemals etwas schief geht.

00:09:21: sie bedeutet dass wir wissen wie wir weiterspielen können, wenn es passiert und natürlich auch immer cool zu bleiben.

00:09:27: Auf jeden Fall ist es wichtig mental im Moment zu sein und zuzuhören – das ist quasi das Wichtigste!

00:09:56: daran gebunden und ihm nicht frei, man hat keinen freien Kopf um sich oft das Wesentliche zu konzentrieren.

00:10:03: Deshalb kann es helfen sich vor dem Auftritt eine ganz einfache Intention zu setzen.

00:10:08: Nicht heute muss ich perfekt spielen sondern zum Beispiel Ich möchte im Moment sein und wirklich zuhören also Sich wirklich vorzunehmen bevor man auf die Bühne geht.

00:10:17: hey!

00:10:18: Ich werde jetzt einfach zuhörn Und lasse es auf mich zukommen.

00:10:22: Das klingt zunächst vielleicht ein bisschen abstrakt aber ist verändert.

00:10:24: alles verändert worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und es entschärft diesen mentalen Druck, weil wir eben uns davon lösen von diesem ich muss perfekt spielen.

00:10:34: Und wir lenken unserer Aufmerksamkeit zu.

00:10:37: Ich möchte im Moment sein und wirklich zuhören.

00:10:40: Wir dürfen auch nicht vergessen dass auf der Bühne...wir sind auf der bühne nicht nur um perfekt zu spielen oder um richtig zu spielen sondern um Musik zu machen und Musik macht auch unfassbar viel Spaß.

00:10:52: also das heißt der Fokus muss auch wieder auf diesen Spaß gelenkt werden und auf das zusammen musizieren.

00:11:00: Wenn wir uns vornehmen, zuzuhören können wir uns während des Konzerts immer wieder fragen es macht eigentlich gerade der Bass wie spielt das Schlagzeug?

00:11:08: Wo ist der groove oder wie fühlt sich der groove heute an?

00:11:11: was passiert harmonisch?

00:11:13: Wie reagiert die Band auf meine Phrase?

00:11:16: Gerade als improvisierende Musiker ist das entscheidend.

00:11:19: Wir müssen nicht ständig schon wissen was wir als nächstes spielen werden.

00:11:23: Wir können auch erst mal hören, was gerade passiert und daraus unsere nächste Entscheidung entwickeln.

00:11:29: Das gilt vor allem wenn man ein Solo spielt.

00:11:31: Oft denkt man einen Solo muss jetzt alle beeindrucken oder ich muss hier mit einer hohen Energie einsteigen und ich muss auch sehr virtuos spielen.

00:11:40: Und das sind auch wiederum meiner Meinung nach falsche Gedanken.

00:11:43: also die bringen einem nicht weiter weil es eben nicht damit zu tun hat was in dem Moment passiert.

00:11:49: Wenn man zuhört fühlt, dass die Energie oben ist und sich von dieser Energie inspirieren lässt.

00:11:56: Dann wirst du auch automatisch entsprechend spielen dann wirst Du auch reagieren energetisch anfangen und das heißt nicht, dass man nicht virtuos spielen soll aber eben Dass man davon getrieben wird oder sich leiten lässt so zu spielen wie die energie in der musik ist Und nicht sich vorzunehmen.

00:12:17: ich muss jetzt alle beeindrucken und das wird jetzt besonders cool irgendwie, es muss jetzt gut rüber kommen oder ich muss meine Mitmusiker irgendwie mitreißen.

00:12:27: Das kann alles passieren aber eben aus einem anderen Fokuspunkt und nicht aus dem Verkopftenpunkt.

00:12:36: Diese Punkte sind mir zum Beispiel auch bei unserem letzten Band Workshop aufgefallen weil wir mit den zwei Kombos die wir hatten verschiedene Songs einstudiert haben und dann später die auf die Bühne gebracht haben.

00:12:48: Und ich habe wirklich gemerkt Ich glaube alle Teilnehmenden haben gemerkt, dass sie beim Üben wesentlich lockerer waren als wir später die Stücke aufgenommen und vor allem anderen gespielt haben.

00:13:01: Dann habe ich gemerkt wie kollektiv die Band also alle nicht mehr quasi auf die Musik unbedingt achten sondern jeder mehr mit sich beschäftigt war und dadurch waren auch ein bisschen voneinander musikalisch getrennt.

00:13:13: Also das hat alles trotzdem gut geklappt.

00:13:14: aber ich sage nur, dass das auch ein Thema war.

00:13:19: Ja, diejenigen, die dabei waren werden das wahrscheinlich bestätigen können.

00:13:23: Aber das sind auch Sachen, die man gemeinsam üben kann.

00:13:26: Dazu gibt es jetzt auch die nächste Gelegenheit am vierundzwanzigsten Oktober.

00:13:32: da haben wir nämlich wieder unseren Band Workshop.

00:13:35: Wer Lust hat an diesen Sachen zu arbeiten der kann sich noch auf unserer Webseite anmelden werde am Ende nochmal einen Hinweis geben.

00:13:44: aber machen wir erst mal weiter.

00:13:45: wenn in einer Spielsituation, egal ob Proberaum oder Konzert aufmerksam sind können wir darauf reagieren.

00:13:52: Also das Ziel ist ja schließlich dass es eben keinen Unterschied zwischen Proberraum und Konzertsituationen gibt.

00:13:59: man muss sich schon darauf vorbereiten dass er sich anders anfühlen wird allein schon weil es eben ein anderer Raum ist und weil da Leute drin sitzen die einem zuschauen.

00:14:10: aber der Fokus sollte genau dergleiche sein.

00:14:15: höre zu und reagiere auf meine Mitmusiker.

00:14:20: Und ich verlasse mich darauf, oder mein Fokus ist... Ich möchte zuhören im Flow kommen und Musik machen!

00:14:28: Wenn andere dabei zuschauen wird es sollte das den Fokus nicht ändern.

00:14:32: natürlich sendet man anders weil man nicht nur für sich spielt aber der Fokus sollte nicht sein.

00:14:37: oh jetzt spiele ich anders als sonst.

00:14:39: deswegen ist es wichtig sich im Proberaum oder Zuhause auch mental So zu üben, dass man sich vorstellt jetzt übe ich so oder jetzt spiele ich das Stück einmal ohne Unterbrechung als wäre ich auf einem Konzert.

00:14:53: Wenn wir aufmerksam sind können wir nämlich aufreagieren und unser Fokus verschiebt sich weg von der Selbstbewertung hin zur musikalischen Situation.

00:15:01: Und wenn wir merken, dass wir wieder anfangen über uns selbst nachzudenken Dann ist es eigentlich auch nicht so schlimm denn dieses Bewusstwerden Dass man gerade darüber nachdenkt Ist schon ein gutes Zeichen dass man eben Das beobachtet und dann kann man ganz bewusst zur Musik zurückkehren, also zurück zum Groove, zur Melodie, zum Klang der anderen.

00:15:21: Es geht dabei nicht darum alle Gedanken auszuschalten – das wäre ohnehin nicht wirklich möglich – aber immer wieder zu dem zurückzukehrend was wirklich wichtig ist!

00:15:31: Und ein praktischer Ansatz um vor einem Auftritt ruhiger und konzentrierter zu werden ist die bewusste Atmung.

00:15:38: Wenn wir nervös sind, atmen wir manchmal schneller und flacher.

00:15:42: Dadurch kann sich die körperliche Anspannung zusätzlich verstärken.

00:15:46: Eine einfache Atemübung kann helfen vor dem Konzert etwas Ruhe in das System zu bringen.

00:15:51: Atme beispielsweise etwa vier Sekunden sanft ein Und anschließend etwa sechs Sekunden wieder aus.

00:15:58: Das kannst du dann für einen bis zwei Minuten wiederholen ohne die Atmung zu erzwingen.

00:16:04: Es geht nicht darum eine bestimmte Atemtechnik perfekt auszuführen.

00:16:07: viel mehr gibst du dir einen Moment, in dem du nicht noch schnell etwas üben oder organisieren musst.

00:16:14: Es geht darum dass du wieder bei dir bist und dass du in Ruhe beobachten kannst was als nächstes passiert nämlich das du als nächstem Musik machen wirst.

00:16:24: Du richtest deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper lässt unnötige Spannung los und bereitet sich mental auf die Musik vor.

00:16:31: Wichtig ist dabei, dass du diese Übung nicht erst fünf Minuten vor deinem wichtigsten Konzert ausprobierst.

00:16:37: Teste sie ruhig schon vorher beispielsweise vor einer Probe oder einem kleinen Auftritt oder sogar vor einer Übelsession.

00:16:44: einfach sich kurz drei Minuten einfach nur wieder hinsetzen oder hinstellen dann einfach atmen.

00:16:51: und also das wird auch deine übel Verhalten unfassbar helfen weil du dich einfach fokussiert und da auch schon übst einfach dich auf die Musik zu konzentrieren.

00:17:02: Und noch etwas, das Ziel ist nicht unbedingt überhaupt nicht mehr nervös zu sein.

00:17:06: Du kannst nervös sein und trotzdem einen großartigen Auftritt spielen!

00:17:10: Und du kannst auch aus dieser Nervosität positive Aufregungen überschwappen und dann beginnst du plötzlich doch lockerer zu werden und doch dich mehr in dieses Spaßgefühl reinzulehnen.

00:17:24: Eine weitere Möglichkeit habe ich ja schon ein bisschen genannt, aber ist die Visualisierung.

00:17:28: Dabei stellst du dir eine bevorstehende Situation möglichst konkret vor bevor du sie tatsächlich erlebst.

00:17:35: Du kannst dich beispielsweise vor einem Konzert für ein paar Minuten hinsetzen und dir vorstellen wie du auf die Bühne gehst.

00:17:42: Du siehst dein Instrument, die anderen Musiker innen und vielleicht auch das Publikum vor dir.

00:17:47: dann stellst zu dir vor wie die Band das erste Stück beginnt.

00:17:51: Du hörst innerlich den Groove, spürst den Puls und konzentrierst dich auf deinen ersten Einsatz.

00:17:57: Du kannst dir vorstellen wie du entspannt atmest, aufmerksam zuhörst und musikalisch auf die anderen reagierst.

00:18:03: Dabei musst du dir nicht den perfekten Auftritt ausmalen bei dem jeder Ton gelingt und alles genau nach Plan läuft.

00:18:10: Im Gegenteil es kann sogar hilfreich sein dir vorzustellen wie du mit einer kleinen Schwierigkeit umgehst.

00:18:16: Du spielst beispielsweise einen falschen Ton bemerkst ihn kurz im Groove.

00:18:22: Du hörst weiter zu und findest wieder in die Musik, das ist nicht anders als wenn man beim Sprechen sich verspricht, wenn man entweder etwas falsch ausspricht oder eben gerade sich verheddert.

00:18:33: Das muss dich ja nicht aus dem Konzept bringen.

00:18:35: es kann einfach so kurz versprochen weitergeht diesen Kontext.

00:18:39: Das andere kann sein du bist vor dem ersten Stück nervös atmen ist bewusst und richtes deine Aufmerksamkeit auf den gemeinsamen Puls.

00:18:47: Damit bereitest du dich mental nicht nur auf das gewünschte Ergebnis vor, sondern auch den Umgang mit Situationen die tatsächlich auftreten können.

00:18:56: Natürlich ersetzt Visualisierung nicht das musikalische Üben aber sie kann eine sinnvolle Ergänzung sein weil du dich gedanklich bereits mit der Situation auseinandergesetzt hast, die dich erwartest.

00:19:07: und auch hier gilt probiere es aus.

00:19:09: entscheidend ist ob du damit deinen eigenen Zugang zur Musik findest.

00:19:13: Damit kommen wir zu einem Punkt der mir besonders wichtig ist, unsere Einstellung zu fehlern.

00:19:19: Im Jazz versuchen wir spontan Musik zu machen.

00:19:22: Wir improvisieren, reagieren und treffen Entscheidungen ohne genau zu wissen was als nächstes passieren wird.

00:19:28: Das bedeutet zwangsläufig dass nicht jede Entscheidung so funktioniert wie wir es uns vorgestellt haben.

00:19:35: Wenn wir aber mit der Erwartung spielen das wir keine Fehler machen dürfen nehmen wir uns einen Teil dieser Freiheit und wiederholen vielleicht immer dieselben sicheren Phrasen, trauen uns weniger zu.

00:19:48: Wir schränken uns kreativ ein.

00:19:51: Natürlich ist es wichtig sein Instrument zu beherrschen und musikalische Grundlagen zu entwickeln aber irgendwann müssen wir auch lernen mit dem vorhandenen Können etwas anzufangen ohne jede Situation vollständig kontrollieren zu wollen.

00:20:05: Dazu gehört Fehler zu akzeptieren und nicht jeden Ton sofort zu bewerten.

00:20:11: Wenn du dich verspielt hast, ist der Moment bereits vorbei.

00:20:14: Du kannst ihn nicht rückgängig machen aber du kannst entscheiden was du im nächsten Moment tust und wie du dich überhaupt darauf beziehst also wie du dir zu dieser falschen Note fühlst.

00:20:25: denn es muss auch nicht heißen du hast das Stück verkackt oder jetzt ist irgendwie das Konzert weniger wert geht auch darum diesen moment loszulassen und auch zu wissen Es ist auch nicht so wichtig das für sehr wichtig hält, gar keine falschen Ohne zu spielen.

00:20:41: Dann erzeugst du selber so einen hohen Erwartungsdruck, dass es wahrscheinlicher macht, dass Du Dich sogar verspielst!

00:20:48: Das heißt was Du tun musst ist zu entscheiden wie spielst Du weiter?

00:20:51: Hörst Du auf die Band und findest Du zurück in Deinen

00:20:55: Flow?!

00:20:55: Das sind Entscheidungen, die wirklich zählen Und vielleicht ist genau das ein wichtiger Schritt in unserer musikalischen Entwicklung Zu verstehen, dass wir nicht erst vollkommen sicher sein müssen bevor wir uns etwas zutrauen.

00:21:09: Wir dürfen auch auf der Bühne lernen und ausprobieren, deswegen ist es ja auch live, Live-Musik!

00:21:15: Und das macht es aber auch spannend.

00:21:17: und ja manchmal passieren Fehler und die Entscheidung liegt bei dir was du daraus machst ob du darüber hinweg siehst und dich wieder oft die Musik konzentrierst oder du das zum Problem machst und dadurch vielleicht sogar die Band verunsichert hast.

00:21:31: Fassen wir also zusammen Wenn auf der Bühne plötzlich nichts mehr funktioniert, bedeutet das nicht automatisch dass du dein Instrument nicht gut genug beherrscht.

00:21:43: Die Auftrittsituation stellt andere Anforderungen an dich als der Übungsraum.

00:21:48: Das bedeutet aber nicht, dass deine mentale Einstellung anders sein sollte.

00:21:53: Auch im Übungsaum sollte der Fokus auf Musik liegen.

00:21:57: Deshalb lohnt es sich nicht nur die Musik selbst zu trainieren sondern auch den Umgang mit Druck und Unsicherheit Überstücke ohne Unterbrechung durchzuspielen, über sie extrem langsam um Sie zu verinnerlichen.

00:22:09: Über sie in einem normalen Spieltempo und über sie zwanzig Prozent schneller weil du dann in der Stresssituation, die ja einen normalen Tempo locker spielen kannst.

00:22:20: Lerne nach Fehlern weiterzumachen.

00:22:23: Nimm dir vor auf der Bühne wirklich zuzuhören stand deine eigene Leistung permanent zu kontrollieren.

00:22:30: probiere Atemübungen aus um vor dem Auftritt zur Ruhe zu kommen und nutze Visualisierung, um dich mental auf die Situation vorzubereiten.

00:22:39: Der Fokus ist ja auch in der Musik zuzuhören im Flow zu bleiben.

00:22:44: aber du darfst das Publikum hier auch nicht vergessen!

00:22:48: Sie sind ja mit im Raum und machen Passivmusik mit dir mit.

00:22:52: Die hören ihr zu?

00:22:53: Das ist ja teilnehmende Beobachtung und sie geben dir auch Energie ab.

00:22:57: Du darfst ihre Energie benutzen oder deren Reaktionen mit in deine Musik einbauen.

00:23:03: Also erlaube dir, Musik zu machen ohne jeden Moment kontrollieren zu müssen!

00:23:08: Ein guter Auftritt ist nicht unbedingt der Auftritt bei dem alles perfekt läuft sondern an dem du connected bist also du mit der Musik, mit der Band und mit dem Publikum verbunden bist.

00:23:19: Wenn alle zusammen Teil der Musik sind dann ist sein Auftritt in Anführungszeichen perfekt oder eben ein toller Abend.

00:23:28: Bleibst auf deine Mitmusiker reagierst und auch dann musikalisch weiter machst, denn etwas anderes kommt als geplant.

00:23:35: Mich würde interessieren wie geht es dir vor auftritten oder euch?

00:23:39: Bist du eher jemand der auf der Bühne freier spielt als beim üben oder macht dich die Situation doch nervös?

00:23:46: Und hast Du bestimmte Routinen mit denen Du Dich auf ein Konzert vorbereitest?

00:23:50: Schreib uns gerne Deine Erfahrungen wenn Dich das ganze angesprochen hat und du Lust hast, auch deine Auftrittssituation vor anderen Leuten zu üben.

00:24:01: Dann kommt doch zu unserem Band Workshop.

00:24:03: der nächste findet am vierundzwanzigsten Oktober statt im Jazzclub Schlott Berlin.

00:24:09: alle weiteren Infos findest Du auf unserer Webseite www.global-jazzminusacademy.com Und da kannst Du Dich anmelden.

00:24:20: Da findest du übrigens auch weitere Kurse und Lernangebote rund um Jazz, Improvisationen und musikalische Entwicklung.

00:24:27: Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.

00:24:30: Bleibt kreativ!

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